Ansturm auf die Pyramide

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Schrack Technik lud zu den Infotagen – ein Rückblick inklusive Video.


Ein Erfolg jagt den anderen – der Besucherzuwachs der Schrack-Infotage versetzt die Branche von Jahr zu Jahr mehr ins Staunen. Während andere Veranstalter glücklich über niedrige zweistellige Besucherzahlen sind, sprengen die Infotage alles jemals in dieser Branche Dagewesene. Kein Wunder, die Qualität der technischen Vorträge und die Machart der Produktneuheiten-Präsentation fesseln selbst die hartgesottensten »Event-Verweigerer«.

Dietmar Weingant, Niederlassungsleiter von Schrack Technik in Wien verriet uns in einem Vieraugengespräch von den Überlegungen, die Ausstellungsfläche im nächsten Jahr noch einmal zu vergrößern. Fünf »ausverkaufte« Abendveranstaltungen für Elektrotechniker, ein Nachmittagsevent für HTL-Schüler und einer für Elektroplaner sorgen alleine in der Woche der Vortragsreihe in der Eventpyramide in Vösendorf bei Wien für 1.800 Besucher. Aber nicht nur das – immer mehr Elektrotechniker besuchen den Event österreichweit. In Summe kamen heuer über 6.000 Fachleute und Schüler, um von den Inhalten der Vorträge von Martin Reifensteiner und Stefan Hammer über die sichere Installation von PV-Anlagen mit Energiespeichersystemen bzw. über die Herausforderungen bei der Installation von LED-Beleuchtung in ihrem Tagesgeschäft profitieren zu können.

Den Eigenverbrauchanteil steigern!
Aus der Sicht von Reifensteiner und Hammer liegt die Zukunft der PV-Anlagen verstärkt in Verbindung mit Batterie/Energiespeicher, da durch die Kombination der durchschnittliche Eigenverbrauch auf rund 80 % angehoben werden kann: „Sie ist zwar aufwendiger aber auch gewinnbringender als eine herkömmliche netzgebundene Anlage. Darüber hinaus wird insbesondere die Elektromobilität eine große Herausforderung für das Netz darstellen, wo- durch es für Konsumenten immer wichtiger sein wird, auch bei Netzausfall auf ein autarkes eigenes Netz zurückgreifen zu können“, hieß es von Seiten der beiden Experten. Bevor Elektrounternehmen im Bereich der stationären elektrischen Energiespeichersysteme – vorgesehen zum Festanschluss an das Niederspannungsnetz – tätig werden, sollten sie unbedingt die OVE-Richtlinie R 20 beim OVE erwerben und sie studieren, betonten Reifensteiner und Hammer. Sie wiesen die Besucher der Infotage aber auch darauf hin, dass die Anforderungen einer Photovoltaik-Energieerzeugungsanlage in der ÖVE/ÖNORM E 8001-4-712 geregelt ist und darüber hinaus die Vorschriften der ETG, ETV, ÖVE/ÖNORM E 8001 und der OVE-Richtlinien R 6-2-1, R 6-2-2 und der R11-1 zu beachten sind.

Wie schon in der ÖVE/ÖNORM E 8001-4-712 bei Anlagen über 30 kW von vielen EVU generell gefordert, ist es bei Anlagen mit einem Batteriespeicher notwendig, eine automatische Abschaltung zum EVU-Netz bei Netzausfall oder nicht eingehaltener Netzqualität zu realisieren.

Die LED als Herausforderung
Die LED-Technik hat viele Vorteile. Allerdings gilt leider auch für sie: »Wo Licht ist, ist auch Schatten«. Denn neben der Abwärme im Sokkelbereich müssen die Hersteller auch hohe Einschaltströme meistern. „In der Realität ist der Einschaltstrom eines LED-Leuchtmittels für 230 Volt Nennspannung das 70-fache bis 300- fache des Nennstromes“, betonte Stefan Hammer und machte dem Publikum der Infotage klar, was das für Konsequenzen hat: „Die hohen Einschaltströme führen dazu, dass die Lebensdauer der Kontakte von Flächenschaltern, Fernschaltern, Treppenhausautomaten, Aktoren usw. sehr stark reduziert wird.“ Es wäre nicht Schrack, hätte man nicht auch gleich eine Lösung parat: Mit Inrush-Relais, Nulldurchgangsschaltung oder Einschaltstrombegrenzer kann man dieser Herausforderung begegnen, lautet es von Seiten der Schrack-Experten.
Die nächste Herausforderung im Umgang mit LED-Leuchtmitteln stellt das Dimmen dar. Dimmen von mehreren dimmbaren LED-Leuchtmitteln führt oftmals zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis. „Nach dem heutigen Stand der Technik sind LEDs besonders gut dimmbar, wenn sie an der Gleichspannungsseite gedimmt werden“, ließ Hammer die Besucher wissen. Durch den Einsatz geeigneter Netzgeräte oder Steuersysteme bzw. auch mit Leuchten integrierten Treibern, wie z.B. DALI, lassen sich die besten Dimm-Ergebnisse erzielen.

Eine weitere Herausforderung für die LED-Technik – im Speziellen bei Außenbeleuchtungsanlagen – stellen Überspannungen dar. „Besonders bei Schutzklasse II-Leuchten kann es dazu kommen, dass Überspannungen nicht abgeleitet werden können und die Elektronik zerstört wird“, so Hammer. Er wies die Elektrotechniker darauf hin, dass in Kürze eine OVE-Fachinformation erscheinen wird, die in Zusammenarbeit mit der LTG erarbeitet wurde. Sie umfasst Details über Erdungssysteme, Überspannungsableitungen, Netzversorgung, Verteiler, Verkabelung, Trageeinrichtung, Leuchten, Abnahme und Übergabe. Für Hammer kommt die Fachinformation zur rechten Zeit. Schließlich soll der Leitfaden dazu dienen, die Elektrounternehmen vor zukünftigen Gewährleistungsansprüchen nach Errichtung der Neuanlage zu bewahren.

 

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