Häuptling »Scheißminix« übergibt das Zepter

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Hofübergabe in der WKO.


Ernst Matzke hatte die Lacher auf seiner Seite, als er vor versammelten Gästen im Rahmen der Verabschiedung von Joe Witke davon erzählte, wie der »BIM-adé« einst zu seinem fragwürdigen Spitznamen kam und warum Witkes Ehefrau Gerti nie auf den ehemaligen Wiener Landesinnungs-Geschäftsführer eifersüchtig war.

Joe Witke und Ernst Matzke galten als das Parade-Ehepaar in der Wirtschaftskammer – der Bundesinnungsmeister, der bis vor Kurzem auch Wiener Innungsmeister war und sein ehemaliger Wiener Landesgeschäftsführer verbrachten in den zehn Jahren ihrer Zusammenarbeit so viel Zeit miteinander, dass Ehefrauen in der Regel vor Neid erblassen müssten. Nicht so Gerti Witke. Als sein »lebender Terminkalender« – wie Joe seine Gattin liebevoll im O-Ton bezeichnete – war sie stets »Frau der Lage« und wusste immer, wo sich ihr Joe gerade befand.

„Er hat es verdient, ein derartiges Maß an Anerkennung zu bekommen“, zollt Matzke seinem streitbaren BIM mit einem Augenzwinkern Respekt. Er muss es ja schließlich wissen – immerhin war Witke nicht der einzige Innungsmeister, mit dem der ehemalige Geschäftsführer in seiner WKO-Karriere zusammenarbeiten durfte. Auch wenn die – manchen als ruppig erscheinende – Art Witkes bei Ministern und hochrangigen Wirtschaftskammer-Funktionären immer wieder für Verwunderung sorgte, traf der BIM den Nagel thematisch stets auf den Kopf. „Joe ist ein Mann des Volkes – einer, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt“, bekommen wir auch im Rahmen der Verabschiedung in der WKO immer wieder zu hören. Alleine der Satz: „ Ich bin´s, euer Joe“, zeigt, wie wichtig Witke der menschliche Kontakt zu allen handelnden Personen war. „Er hat auch immer herausgestrichen, dass wir für unsere Mitglieder arbeiten. Für schwarze Schafe hatte er allerdings nie Verständnis – er hat auch nie eines gedeckt“, so seine Kollegen.

Dass er mit seinem Stil letztendlich auch dafür gesorgt hatte, dass die Positionierung der Elektrotechniker-Innung innerhalb der WKO immer eine besondere war und sie von den Kollegen der anderen Innungen auch gerne mit einem Schuss Neid als »gallisches Dorf« bezeichnet wurde, ließ Matzke im Abschluss seiner Rede Revue passieren. „Ein gallisches Dorf hat einen Häuptling, und ein Häuptling braucht einen Namen. Der Name Häuptling »Scheißminix« war ihm also wie auf den Leib geschneidert“, gab Matzke dem Publikum Einblick, wie wichtig Joe ein Arbeiten mit Augenzwinkern stets war.

Nach den Reden der WKO-Prominenz stellten sich Joes Kollegen aus den Landesinnungen als Gratulanten ein. Sie beschenkten ihn mit bundesländerspezifischen Besonderheiten – selbstverständlich alle aus den eigenen Taschen finanziert. Nach vielen humoristischen und auch emotionalen Teilen der Verabschiedung übergab der BIM-adé schließlich dem BIM-in-spe symbolisch eine Fackel – stellvertretend für ein Staffelholz. Gerald Prinz wird die Funktion des Bundesinnungsmeisters auf seine ganz persönliche Art ausfüllen – dass auch er sich kein Blatt vor den Mund nimmt, ist allseits bekannt. Mit der Unterstützung von Joe Witke, der in seiner Pension eine Zusammenarbeit mit seinem Tiroler Freund Prinz ankündigte, wird es der Elektrobranche auch in Zukunft an Lobbying kaum fehlen.

Die Bühne der Power-Days 2017 wurde außerdem für eine Ladatio auf Joe Witke genutzt (siehe Video unten).

 

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