Österreichischer Strompreisindex sinkt leicht, bleibt aber hoch

 

ÖSPI erstmals seit November 2016 gefallen, im Jahresvergleich allerdings um mehr als 11 % höher.


Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur sinkt der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) im Juni 2017 um 0,5 % gegenüber Mai. Auch wenn der ÖSPI zum ersten Mal seit sechs Monaten zurückgeht, ist die Preisdifferenz im Vergleich zum Juni 2016 dennoch gestiegen. Lag sie im Mai 2017 im Vergleich zum Vorjahr noch bei 6,9 %, hat sich diese im Juni auf 11,4 % gesteigert.

Der ÖSPI erreicht im Juni 2017 somit 57,71 Punkte (Basisjahr 2006 = 100). Der Grundlastpreis (Index 59,68 Punkte) ging gegenüber dem Vormonat um 0,6 % zurück, im Jahresvergleich stieg er um 11,3 %. Beim Spitzenlastpreis (Index 53,53 Punkte) wird ein Minus von 0,2 % und im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 11,5 % erwartet.

Methodik
Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig berechnet. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen.

Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex. Der ÖSPI bildet nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40 % auf die Energiekomponente und zu 60 % auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – werden im ÖSPI nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.

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