»Strom, der Primär-Energieträger der Zukunft«

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Digitalisierung, Dezentralisierung und Dekarbonisierung – diese drei Stichwörter standen im Mittelpunkt einer Expertendiskussionsrunde auf den Power-Days, bei der sich alles um das Thema Strom drehte.


Ing. Joe Witke, Bundesinnungsmeister i. R., DI Heimo Aichmaier, Geschäftsführer Austrian Mobile Power, Ing. Mag. Horst Ebner, Vorstandsdirektor Salzburg AG und Dr. Harald Proidl, Abteilung Öko-Energie und Energieeffizienz E-Control, sprachen im Zuge dieser Gesprächsrunde über die aktuelle Strom-Situation und stellten Prognosen für die Zukunft, wie sich Strom als Energieträger entwickeln wird. Geleitet wurde diese Diskussion von Kerstin Vockner.

Kerstin Vockner: Meine Herren, geben Sie einen kurzen Impuls zum Thema »Strom als Primär-Energieträger der Zukunft«:
„Meiner Ansicht nach ist Strom DIE Energie der Zukunft“, ist sich Ing. Joe Witke, Bundesinnungsmeister i. R., sicher.Joe Witke, Bundesinnungsmeister i. R.: Meiner Ansicht nach ist Strom DIE Energie der Zukunft. Wir müssen es bis 2050 schaffen, den Anteil des Energieträgers Strom am Energieverbrauch von 20 % auf 50 % zu heben. Wenn wir das nicht zustande bringen, wird der politische Wille, bis 2050 karbonfrei zu werden, nicht erreicht werden können. Ziel muss es sein, die erneuerbare Energie, die Speicherung und den Transport europaweit möglich zu machen. Dazu benötigen wir den Willen der Regierungen und eine Änderung der Zulassungsbedingungen. Die Investitionen in den Transport und die Speicherung der erneuerbaren Energie müssen sie erlauben und zulassen.

Heimo Aichmaier, Geschäftsführer Austrian Mobile Power: Diese Frage kann ich am besten aus der Sicht der Elektromobilität beantworten. Strom ist einer der Energieträger, die auf die Straße gehören. Es geht weg von Karbon – von fossilen Energieträgern, hin zu alternativen Energietreibstoffen, allen voran Wasserstoff. Vor allem im Schwerverkehr oder bei längeren Reichweiten ist dieser von Bedeutung. In Zukunft wird für mittellange Reichweiten natürlich Strom in der Batterie das alleinige Energiemedium sein, das speichert. Dabei gilt es, auch das Mobilitätssystem und das Energiesystem noch extrem anzupassen. Diese zwei Sektoren werden mehr miteinander verschmelzen. Verschiedene Kulturen von Automobilkonzernen und von öffentlichen Verkehrsmobilitätsdienstleistern kommen auf die Energieversorger und die Energienetzbetreiber zu. In diesen Unternehmen herrschen ganz andere Kulturen – sowohl im Produktlebenszyklus als auch in der Emotion der Produkte. Strom wird dann emotional, wenn das Licht ausgeht. Das ist bei der E-Mobilität auch so: Wenn in der Batterie von einem Elektro-Auto kein Strom mehr ist, dann wird es auch sehr emotional. Zuerst wird es kalt, wenn die Heizung ausgeschaltet wird, und wenn man steht, bereitet das auch keine große Freude. Das soll nicht passieren. Dafür brauchen wir die Partnerschaften mit Netzbetreibern, mit Energieversorgern, mit Privaten, mit Erneuerbare-Energie-Produzenten und jenen, die noch zwischenspeichern und anbieten.

Horst Ebner, Vorstandsdirektor Salzburg AG: Blickt man auf die Energieversorgung mit Strom vor 15 Jahren zurück, so fand gerade die Strommarktliberalisierung statt. Wie hat damals die Stromversorgung ausgesehen? Es gab große zentrale Kraftwerke – ein Netz, das aufgebaut war, um von den großen zentralen Kraftwerken zu den Kunden zu liefern. Heute sieht die Situation vollkommen anders aus und es wird sich auch weiterhin viel ändern. Das ist unsere Meinung bzw. Aussicht. In ungefähr 15 Jahren wird es wirklich bahnbrechende Veränderungen geben. Wir haben die 3 »Ds« vor uns: Dekarbonisierung, die nach dem Pariser Abkommen in aller Munde ist. Da ist noch eine große Kraftanstrengung notwendig, um die erneuerbaren Energien viel stärker auszubauen. Das zweite »D« steht für Dezentralisierung. Auch in diesem Bereich gab es vor 15 Jahren keine Anlagen. Jetzt sehen wir die PV-Anlagen auf den Dächern, dezentral aufgestellte Windanlagen oder Batteriespeicher, die immer mehr im Kommen sind. Das Energiesystem wird sich viel stärker dezentralisieren. Die Kunden sind nicht nur Konsumenten – sie werden auch zum Produzenten. Man muss sich ganz neu darauf einstellen. Das dritte »D« ist auch in aller Munde – die Digitalisierung. Alles funktioniert online, alles wird vom Handy aus erledigt. Das sind die großen Trends. Vor allem die Stromwirtschaft muss hier mitkommen und mitmachen, sonst machen die anderen das Geschäft.

„Der Begriff Stromerzeugung ist mit der Energiewende synonym. Wenn über die Energiewende geredet wird, so wird diese vielfach mit Strom und der Erzeugung von Strom in Verbindung gebracht“, erläuterte Dr. Harald Proidl, Abteilung Öko-Energie und Energieeffizienz E-Control.Harald Proidl, Abteilung Öko-Energie und Energieeffizienz E-Control: Strom als Energiequelle ist natürlich die Zukunft. Strom an sich – Energie – wird immer breiter angewendet, wie zum Beispiel in der E-Mobilität. Ebenso ist Strom etwas hoch Politisches. Der Begriff Stromerzeugung ist mit der Energiewende synonym. Wenn über die Energiewende geredet wird, so wird diese vielfach mit Strom und der Erzeugung von Strom in Verbindung gebracht. Wie Mag. Ebner schon sagte, in den letzten 10-15 Jahren gab es eine enorme Transformation im ganzen Strombereich. Der gesamte Strommarkt ist umgewandelt worden. Das ist natürlich auch für uns aus der Sicht eines Regulators interessant. Wohin geht die Reise? Die Reise wird immer komplizierter, das muss man dazu sagen. Einerseits stellt sich die Frage, wer die ganzen Investitionen in die Übertragung und Verteilung von Strom und die Investitionen in die Erzeugung macht. Für wen ist das in Zukunft ein business case? Wer und wie kann damit in Zukunft überhaupt noch Geld verdienen? Oder wird man einfach die Sozialisierung der Kosten stärker vorantreiben müssen? Dieser Wandel hat den ganzen Strommarkt schon sehr verkompliziert. Dazu zählen natürlich auch diese drei »Ds«, die schon angesprochen wurden. Diese kleinen Einheiten – die dezentrale Versorgung, dezentrale Erzeugung, dezentrale Speicherung – werden das ganze System weiter umwandeln und komplizierter machen. Deshalb muss man sich gut überlegen, wie mit diesem Markt, der geschaffen wurde, in Zukunft weiter umgegangen werden kann und wie das Ganze finanziert werden soll. Ebenso stellt sich die Frage, wie wir das System und die 100-Prozent-Versorgungsqualität, die wir in Österreich haben, aufrechterhalten können.

Vockner: Es wurde schon in diesen ersten Impulsen angesprochen: Die Branche steht vor massiven Veränderungen, vor sehr großen Herausforderungen. Die drei »Ds« stehen für wichtige Themen in der Energiebranche, aber gleichzeitig auch für die Energiewende. Die Reise wird komplizierter. Mich interessiert konkret für die Elektriker, Herr Witke, welche Herausforderungen sehen Sie in den nächsten Jahren? Was kommt ganz konkret auf uns zu?
Witke: Wir erleben zur Zeit einen Umbruch in der Technik und in den Anforderungen. Die Devise lautet lernen, lernen, lernen. Außerdem müssen wir zusammenhalten, denn nur miteinander sind wir stark. Wir werden diesen technischen Umschwung nicht im einzelnen Betrieb schaffen, sondern es wird notwendig sein, zusammenzurücken. Eines ist auch sicher, ohne den Elektriker bzw. Elektrotechniker und der digitalen Welt sowie den Einstieg in die digitale Welt werden wir auch die Zukunft der Elektrotechnik nicht in den Griff bekommen. Die Umstellung von der zentralen in die dezentrale Welt gibt ein unendlich großes Aufgabengebiet für uns Elektrotechniker vor. Wir Handwerker waren die Ersten und werden die Letzten sein, die diese Welt mit Licht versorgen.
Vockner: Die Branche ist also bereit dafür und gerüstet?
Witke: Ich hoffe, dass sie bereit ist. Es werden viele von uns untergehen, vor allem die, die glauben, es gehe so weiter wie bisher. Jene, die jetzt schon vorne mit dabei sind, werden das Ganze wohl am Leben erhalten müssen.

Vockner: Aus Sicht der Infrastrukturdienstleister: Was bedeuten die drei »Ds« für den Energieversorger der Zukunft konkret?
„Strom ist einer der Energieträger, die auf die Straße gehören“, ist die Ansicht von DI Heimo Aichmaier, Geschäftsführer Austrian Mobile Power.Ebner: Ich würde auch noch gern zum Elektriker oder Elektrotechniker etwas sagen. Wir sehen den Elektrotechniker als verlässlichen, wichtigen Partner unseres Unternehmens. Mit den Elektro-Service-Partnern haben wir schon eine lange Kooperation. Letztes Jahr haben wir in Salzburg das 10-jährige Jubiläum gefeiert. Ich sehe die Weiterentwicklung des Energiesystems als große Chance für alle Beteiligten. Wie ich vorher schon sagte – andere werden das Geschäft machen, wenn wir es nicht machen. Damit habe ich in Bezug auf den Online-Bereich gemeint, dass wir uns vor Google, Facebook und Co. nicht fürchten müssen. Unser Geschäft ist immer noch ein lokales Geschäft. Wenn Sie einem Kunden eine PV-Anlage auf das Dach bauen, nutzt Ihnen das nichts, wenn Sie ein globaler Anbieter sind und von Amerika oder wo auch immer kommen. Die Anlage muss lokal installiert werden. Dazu brauchen wir die Professionisten, die Handwerker, den Elektriker und den Elektrotechniker. Auch bei den Zukunftsprojekten der Salzburg AG geht es zum Beispiel um PV-Anlagen. Wir haben vor zwei Jahren ein 100-Dächer-Programm gestartet. Vorgestern haben wir ein 250-Dächer-Programm kommuniziert, bei dem es darum geht, PV-Anlage und Speicher im Zähler zu installieren, zu unterstützen und mit Landesförderungen zu fördern. Ich lade alle Elektriker und Elektrotechniker ein, sich das anzusehen und es auch den Kunden schmackhaft zu machen. Wir wollen den Umbau des Energiesystems vorantreiben. Ich sehe das als große Chance. Das Ohm’sche Gesetz wird weiterhin gelten, auch in der digitalen Welt ist Spannung gleich Strom mal Widerstand. Ich glaube »lernen, lernen, lernen« ist ein gutes Stichwort. Natürlich gibt es neue Trends, natürlich wird viel mehr gesteuert und automatisiert werden. Dazu braucht es Strom und Anlagen – und die müssen bzw. dürfen von den Elektrotechnikern installiert werden.
Vockner: Was ist der Unterschied zu früher? Was wird sich jetzt massiv verändern oder anders sein als früher in der Elektrobranche?
Ebner: Ich denke, die Technologien ändern sich einfach und in Zukunft wahrscheinlich noch schneller. Wenn man sich das IoT (Internet of Things) anschaut – da sollen Millionen und Milliarden Geräte miteinander verbunden werden. Trotzdem funktionieren alle diese Geräte mit Strom und verbrauchen auch Strom. Sie werden über die Steckdose geladen oder vielleicht solar-geladen. Aber auch dafür braucht es Anlagen, Schalter und Knöpfe. Es geht einfach schneller. Wenn man das offen aufnimmt und sich weiterbildet, ist das eine Chance.

Vockner: Herr Aichmaier, Sie sind der Geschäftsführer der größten E-Mobilitätsallianz in Österreich. Sie schreiben auf Ihrer Website auch, Österreich solle das Vorzeigeland für Elektromobilität werden. Welche Qualifikationen braucht es denn, um dieses Vorzeigeland zu werden?
Aichmaier: Ganz viele, und vor allem branchenübergreifende Qualifikationen. Warum? Konkret sind wir in der glücklichen Lage, mit der e-Marke gemeinsam, im Rahmen der e-Marken-Akademie, die Elektriker und e-Marken-Partner zu schulen, was das Thema Elektromobilität und die Mobilitätswende eigentlich ausmacht. Der Elektriker muss, wenn er nicht sterben will, dazulernen. Das kleine 1x1 reicht hier nicht.

Am Ende der Podiumsdiskussion wurden den Teilnehmern vier Szenarien vorgestellt, wie sich die Branche bis 2030 entwickeln könnte. (Bild: Fotolia) 135007506 LStrom im Jahr 2030
Am Ende der Podiumsdiskussion wurden den Teilnehmern vier Szenarien vorgestellt, wie sich die Branche bis 2030 entwickeln könnte. Jeder der Diskutanten sollte sich für eines dieser ­Szenarien entscheiden und kurz begründen, warum er glaubt, dass die Entwicklung in diese Richtung gehen wird.

Vockner: Ausblick für die Branche: Österreichs Energie hat vier Stromszenarien für das Jahr 2030 entwickelt. Die vier Szenarien sind denkbare Entwicklungen:

  1. Szenario: Der Hightech-Garten: Es wird davon ausgegangen, dass es eine Abkehr vom Vorrang des Ausbaus erneuerbarer Energie gibt. Nur noch innovative Technologien und Wirtschaftlichkeit stehen im Vordergrund. Windkraft, PV oder 250-Dächer-Programme sind zukünftig Hobbies der Ökoszene – wie es vielleicht schon einmal war. Die Kosten fossiler Energiesysteme sind im Hightech-Garten unwichtig.
  2. Szenario: Dschungel: Der Dschungel ist sehr chaotisch und wild. Es gibt keinen einheitlichen Rahmen für erneuerbare Energien. Einzelinteressen dominieren. Hohe Tarife verärgern die Kunden. Die Versorgungssicherheit ist nicht mehr gegeben, die wir uns alle für die Elektromobilität wünschen.
  3. Szenario: Barock-Garten: In diesem war die Energiepolitik zumindest bis 2030, wenn nicht sogar noch länger, nicht in der Lage, nationale Alleingänge zu beenden. Es kommt zur Abschottung und zu Einzelregelungen für erneuerbare Energien.
  4. Szenario: Landschaftsgarten: Die Energiepolitik wird von der EU koordiniert. Es gibt keine Alleingänge mehr. Es kommt zum sinnvollen Ausbau oder Umbau der Stromversorgung. Die Gesellschaft und die E-Wirtschaft ziehen an einem Strang. Es kommt zu Belastungen aber eben auch zu Impulsen für die Wirtschaft.

Jetzt müssen Sie sich entscheiden. Welches der vier Szenarien ist für Sie am realistischsten oder wo glauben Sie, wird es am ehesten hingehen? Warum glauben Sie das?

Proidl: Ich war zunächst ein bisschen unschlüssig. Wenn ich mir die aktuelle Lage anschaue und mich ein bisschen auf die Vergangenheit beziehe, sind wir noch immer ein wenig in einem Barock-Garten. Nationale Alleingänge herrschen hier noch vor, gerade was die Förderung und den Ausbau von erneuerbarer Energie betrifft. Es gibt kaum grenzüberschreitende Kooperationen oder gemeinsame Fördertöpfe, die genutzt werden. Auch die Diskussion um die deutsch-österreichische Preiszone, und dass man auf einmal eine Trennung dieser Zone herbeiführen will, nachdem 15 Jahre lang ein gemeinsamer Markt propagiert wurde, sei hier angesprochen. Von Seiten der Europäischen Kommission kommt kein Support, dass dies nicht so geschehen wird. Auch in Bezug auf das sogenannte Winterpaket, ein legislativer Vorschlag der Europäischen Kommission, in dem alle relevanten Energiegesetzgebungen überarbeitet wurden und entsprechende neue Vorschläge vorliegen, ist man sich uneinig wie man weitermachen soll. Sehr viele Dinge, von denen wir uns erhofft haben, dass sie sich mehr in eine europäische Richtung entwickeln, finden derzeit nicht wirklich statt. Deshalb glaube ich eher wir sind im Barock-Garten. Es wird mehr nationale Alleingänge geben. Regionen bzw. Länder werden sich abschotten und eher ihr eigenes Süppchen kochen und weniger den ursprünglich propagierten europäischen Gedanken verfolgen. Nr. 3 ist meine Wahl.

„Wir wollen den Umbau des Energiesystems vorantreiben. Ich sehe das als große Chance. Das Ohm’sche Gesetz wird weiterhin gelten, auch in der digitalen Welt ist Spannung gleich Strom mal Widerstand“, erklärte Ing. Mag. Horst Ebner, Vorstandsdirektor Salzburg AG.Ebner: Ich würde gerne den Publikumsjoker nehmen. Wie sieht es bei Ihnen im Publikum aus?
Vockner (nach Befragung des Publikums): Für Nr. 1 ist niemand im Publikum. Einige sind für den Dschungel und einige mehr für den Barock-Garten. Die meisten Stimmen erhält der Landschaftsgarten.
Ebner: Ich glaube nicht an den Landschaftsgarten. Die einheitliche EU-Energiepolitik wird nicht so stark eingreifen. Wenn man Frankreich oder Polen als Beispiel nimmt, gibt es dort vollkommen konträre Zugänge, wie das Energiesystem der Zukunft aussehen wird. Ich glaube eher, es wird ein Mix aus Dschungel und Hightech-Garten sein. Ein bisschen Barock-Garten ist auch dabei, weil eben nationale Alleingänge gegeben sind. Aber einen Landschaftsgarten, wo alles koordiniert ist und da die Rosen und dort die Tulpen stehen, den wird es nicht geben. Es wird ein Wildwuchs sein. Ich glaube aber an die Macht des Konsumenten. Der Konsument und der mündige Kunde werden sich durchsetzen, ebenso wie die Technologie. In Hinblick auf den »Long Run« werden wir die Energiewende aber in allen Sektoren schaffen. Das ist meine tiefste Überzeugung, weshalb diese ganzen Szenarien ohnehin egal sind. Wir müssen nur fest daran weiter arbeiten und alle zusammenhalten. Dann wird uns das gelingen.

Aichmaier: Aus Sicht der E-Mobilität wünsche ich mir ganz viel Dschungel, weil im Chaos die Kraft für Innovation und gute Ideen liegt, von denen sich nur die besten am Markt durchsetzen. Der Konsument nimmt nur die besten Ideen auf, aber es bedarf einer Koordination. Ob das eine Landes-, Member-State-weite oder eine europäische Koordination ist, das sei dahingestellt. Eine Mischung aus Dschungel und Landschaftsgarten wird notwendig sein und wird es wohl auch werden. Denn ohne Innovation findet nichts statt. Ohne Ordnung und ohne koordinierte Mindestqualität und Mindeststandards auch nicht.

Witke: Ich persönlich bin der Meinung, dass es eine Mischung geben muss. Ohne den Punkt vier wird es wahrscheinlich nie so richtig funktionieren. Wir haben ein paar Brüder in unserem Verein, die sich nie beugen werden, aber trotzdem muss der Punkt vier, der Landschaftsgarten, schlagend werden. Irgendwann werden auch sie es verstehen. Um den Punkt vier aber zu erreichen, brauchen wir den Punkt drei.

Anmerkung der Redaktion: Ganz einig sind sich die Experten also nicht mit ihren Zukunftsprognosen. Wir dürfen daher gespannt bleiben, welchen Stellenwert der Energieträger Strom im Jahr 2030 tatsächlich haben wird und ob sich ein Hightech-Garten, ein Dschungel, ein Barock-Garten oder ein Landschaftsgarten verwirklichen wird. Vielleicht ist aber auch ein wenig von allem dabei.

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