Österreichischer Strompreisindex: 20 Prozent teurer als vor einem Jahr

 

Der Österreichische Strompreisindex (ÖSPI) setzt seinen steigenden Trend weiter fort und erreicht im August den höchsten Stand seit Dezember 2015. Laut Berechnungen der Österreichischen Energieagentur nimmt der ÖSPI im Monatsvergleich (Juli 2017) um 2,4 % zu.


Aufgrund dieser Entwicklungen wurde auch der Preisabstand zum Vorjahr größer. Die Strom-Großhandelspreise sind damit um 20 % teuer als im August vor einem Jahr. Das ist der stärkste Anstieg im Jahresvergleich seit März 2009. Im Juli lag der Preisabstand zum Vorjahr noch bei 16,4 %. Der ÖSPI erreicht im August 2017 somit 60,42 Punkte (Basisjahr 2006 = 100). Der Grundlastpreis (Index 62,55 Punkte) stieg gegenüber dem Vormonat um 2,5 % und im Jahresvergleich um 20,2 %. Beim Spitzenlastpreis (Index 55,88 Punkte) wird ein Plus von 2,2 % und im Vergleich zum Vorjahr von 20,7 % erwartet.

Methodik
Der ÖSPI wird nach einer standardisierten Methode und auf Basis der Notierungen an der Energie-Börse EEX (European Energy Exchange) in Leipzig berechnet. Grundlage des ÖSPI sind die Marktpreise für Strompreis-Futures der kommenden vier Quartale. Sie sind gleichzeitig ein Indikator für die zu erwartende Entwicklung des Strompreises. Konkret werden neben den Werten für Grundlast, also der regelmäßigen, bandförmigen Stromlieferung auch die Werte für Spitzenlast zur Berechnung herangezogen. Der ÖSPI zeigt an, um wie viel Prozent sich der Einkaufspreis für Strom im kommenden Monat gegenüber der Basisperiode, dem Vormonat und dem Vorjahr auf Grundlage eines fiktiven Beschaffungsverhaltens verändert. Der Durchschnitt der Strompreise aus dem Jahr 2006 ist die Ausgangsbasis für den Strompreisindex. Der ÖSPI bildet nur die reine Energiekomponente ab. Der Gesamtpreis für Strom teilt sich beim Endkonsumenten mit knapp 40 % auf die Energiekomponente und zu 60 % auf Netzgebühren, Steuern und Abgaben auf. Weitere Faktoren, die den Strompreis beeinflussen – wie beispielsweise die Beschaffungsstrategien der Energieversorger – werden im ÖSPI nicht berücksichtigt. Ein Steigen bzw. Fallen des ÖSPI lässt daher nur eine entsprechend geringere Erhöhung bzw. Senkung des gesamten Strompreises erwarten. Mit dem ÖSPI kann keine Aussage getroffen werden, wie die Energieanbieter ihre Preise gegenüber den Endkunden tatsächlich gestalten.

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