Fußfessel (Elektro-)Technik?

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So gut wie uns ging’s noch keiner Generation zuvor – eine eigentlich erfreuliche Feststellung, die sich allerdings nur schwer direkt vergleichen lässt, denn wie steht es tatsächlich um unseren Horizont, unser Umfeld und speziell um unser – dank der modernen Technik ja so vereinfachtes – (Alltags-)Leben?


Wie ist das Leben nicht schön – unsere Smartphones organisieren uns gründlich, wecken uns, erinnern uns an Geburtstage (oder noch wichtiger an Hochzeitstage), unterhalten uns, ermöglichen ein Niveau der Kommunikation, das seinesgleichen sucht. Wollen wir ein etwas größeres Display, schnappen wir uns unser Tablet, um uns durch die Welt der Onlineshops zu shoppen, um den sozialen Medien einen (mittlerweile Pflicht-)Besuch abzustatten, uns durch eine neu produzierte Serie berieseln zu lassen, auf Partnersuche zu gehen oder auch – ganz profan – in einem Spiel etwas Ablenkung zu finden. Ist das alles nix, greifen wir zum E-Book-Reader, um in eine andere Welt abzutauchen, am besten nachdem wir unsere Umgebung vom Sofa aus nach eigenem Geschmack temperiert, verdunkelt, abgeschlossen, was auch immer haben – Smart Home sei Dank.
In naher oder ferner – man wird sehen – Zukunft düsen wir in unseren elektrisch geladenen Autos durch die Gegend – wenn auch nicht zum Einkaufen, das erledigt ja der Kühlschrank selbst, der is ja sooo gscheit. ;)
Natürlich ist das alles etwas überspitzt formuliert, aber – puh, ganz schön viel an (elektrischen/technischen) Möglichkeiten, wenn man sich das so vor Augen führt – finden Sie nicht?

Da bietet sich die optimale und gewinnbringendste Verbindung von Nutzen und Unterhaltung, dem kann man sich ja kaum entziehen – soll man auch nicht, das Denken wird uns (zum Teil) ja auch schon erleichtert, indem uns gesagt bzw. suggeriert wird, was wir unbedingt brauchen und warum.
Und da befinden wir uns jetzt mitten »in medias res«: Traditionalisten haben es doch schwer, wage ich zu behaupten. Ich persönlich tat mir sehr schwer mit dem Umstieg auf ein Smartphone und habe es so lange als möglich hinausgezögert, da ich mit meinem (Old-School-)Handy äußerst zufrieden war, es immer zuverlässig funktioniert hat und die Akkuleistung nach etlichen Jahren nicht nachgelassen hat. Doch schließlich haben sich die Tasten gelöst – das war bereits zu jener Zeit, als das Smartphone längst seinen Höhenflug begonnen hatte – und ich musste wohl oder übel mein beliebtes Nokia ersetzen (ohne 3er-Taste war die Handhabung nicht mehr sehr befriedigend und die Veräppelung durch meine Freunde nahm unerträgliche Ausmaße an ;). Was ich mit dieser Anekdote eigentlich sagen will, ist, dass ich schließlich keine Wahl hatte, ein gleichwertiges Produkt zu finden, und mich wohl oder übel der neuen Generation der »Datenabgeber« anschließen musste.

Und da war das Thema Mobiltelefon doch bloß der Anfang, seien wir uns ehrlich. Unsere (Kauf-)Entscheidungen werden sowohl gelenkt, auch zum Zweck der Datensammlung. Mittels der vielen Möglichkeiten, die sich heute vor allem auch im Entertainment-Bereich ergeben, ist der Zweifel an der (Daten-)Sicherheit wohl schnell aus dem Weg geräumt. Einige von Ihnen werden jetzt denken: „Da erzählt sie mir aber nix Neues!“ Wenn dem so ist, freut es mich, ich möchte an dieser Stelle bloß auf die Tragweite von Entscheidungen hinweisen. Eigenständiges Denken, Auswählen und eben Entscheiden ist in unserem Zeitalter der gelenkten Information und Konsumation ein kostbares Gut, das sich trotz allem nicht ausmerzen lassen wird, da bin ich überzeugt. Und um diesen Blog mit einem weiteren positiven Gedanken abzuschließen: Es ergeben sich sehr wohl auch sinnvolle Möglichkeiten, wir können uns jederzeit jegliche gewünschte Information einholen – vom wem auch immer die stammt... Nein, ich hör jetzt besser auf! ;)

Bild: Rudie©fotolia.com

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